Psychotherapie
Psychotherapie ist ein wissenschaftlicher Heilberuf. Er dient der Behandlung von seelischen Konflikt- und Krisensituationen, psychischen Leidenszuständen und psychosomatischen Beschwerden. PsychotherapeutInnen werden aber aufgrund ihrer speziellen methodenspezifischen Ausbildung auch gerne von Menschen aufgesucht, die in ihrem Leben nach Weiterentwicklung und Veränderung streben, sich einfach selbst besser kennen lernen wollen oder nach neuen Aufgaben und Sinn suchen. Die Berufsbezeichnung „PsychotherapeutIn“ ist seit 1990 in Österreich gesetzlich geregelt und geschützt.
Als Gestalttherapeutin gehe ich davon aus, dass im Menschen alles angelegt ist, was er/sie braucht. Wir sind in diesem Sinn vollständig und ganz. Wir haben einen innewohnenden Impuls nach Wachstum. Im Lauf des Therapieprozesses geht es darum aufgrund unserer Sozialisation verschüttete und verloren gegangene Persönlichkeitsanteile wiederzuentdecken, das durch kränkende Erfahrungen blockierte Wachstum zu beleben. Es muss nichts neu erfunden werden, nur neu belebt um spontane Authentizität und natürliche Kreativität im Umgang mit sich und anderen zu fördern.
Gründe für eine Psychotherapie
- ich fühle mich antriebs- und lustlos, erschöpft oder ständig überfordert
- ich befinde mich in einer belastenden Umbruchsituation (z.b. schwere Krankheit, Tod, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Trennung, Unfälle,…), die schwer zu bewältigen ist
- ich lebe in einer Beziehung, die mich sehr belastet
- ich habe wiederkehrend große Probleme im Kontakt mit anderen Menschen (z.b. am Arbeitsplatz)
- ich bin süchtig - nach Alkohol, Drogen, Essen, Hunger, Liebe, Spielen
- ich möchte mich selber gerne näher kennen lernen und meinen eigenen Handlungsspielraum erweitern
- ich habe Angst vor Entscheidungen, und das quält mich
Weitere Gründe...
- ich fühle mich krank oder habe Schmerzen, obwohl mich der Arzt für organisch gesund erklärt hat oder medizinische Befunde keine ausreichende Erklärung dafür bieten
- ohne ersichtlichen Grund bekomme ich rasendes Herzklopfen und habe Angst, dass ich sterben muss
- ich habe Ängste, die mich belasten oder einschränken: z.b. vor dem Kontakt mit meinen Mitmenschen, vor Autoritäten, vor großen Plätzen, vor engen Räumen, vor Prüfungen
- es plagen mich oft Gedanken, über die ich mit niemandem zu sprechen wage (Scham- und Schuldgefühle, Hassgefühle, Unzulänglichkeitsgefühle, das Gefühl, verfolgt oder fremdbestimmt zu werden,…)
- ich bin oft niedergeschlagen und habe keine Freude am Leben
- ich sollte meine Fähigkeiten besser ausschöpfen und weiß nicht wie
- ich bin traurig und vereinsamt
- ich denke manchmal an Selbstmord
- ich fühle mich durch meine Kinder dauerhaft überfordert
- ich fühle mich innerlich gezwungen, ständig dasselbe zu denken oder zu tun (z.b. zwanghaftes waschen, zusperren, grübeln,….), obwohl dies mein Leben sehr einengt
- ich komme mit meiner Sexualität nicht zurecht
Quelle: www.psychotherapie.at (ÖBVP)
Was geschieht in der Integrativen Gestalttherapie?
Freiwilligkeit und Eigenverantwortlichkeit
Der Mensch wird als Experte für sein Leben angesehen, der seinen Entwicklungs- und Heilungsprozess selbst steuert und darin begleitet und unterstützt wird. Dieser Prozess kann nur auf Freiwilligkeit basieren.
Wahrnehmung
Der eigenen Wahrnehmung vertrauen zu lernen und diese auszudrücken ist ein zentrales Anliegen der Integrativen Gestalttherapie. Mehr und mehr vertieft sich dadurch das Vertrauen in die eigenen Entscheidungen und Handlungen. Dabei wächst der Mut, auf seine innere Stimme zu hören, seine eigenen Wege zu gehen und sich nicht durch Widerstände von außen entmutigen zu lassen.
Therapeutische Beziehung
Im Kontakt zur TherapeutIn können die eigenen Beziehungsmuster erlebt und bearbeitet sowie neue Erfahrungen gemacht werden. Der innere Raum der/s Klienten/in kann sich erst auf dem Hintergrund einer lebendigen therapeutischen Beziehung entfalten. TherapeutInnen sind "AssistentInnen von Heilung und Entwicklung". Die therapeutische Beziehung bewusst zu erleben heißt die Beziehungen "draußen" verstehen und offener gestalten zu lernen. Aber auch Auseinandersetzung, Klärung und ehrliche Rückmeldung tragen zu einem respektvollen Klima bei, von dem ausgehend wieder volle Verantwortung für sich und sein Leben übernommen werden kann. Durch die Präsenz im Hier und Jetzt kann jede Therapiestunde neue Themen in den Vordergrund bringen.
Die Methoden
Sprache und nicht sprachlicher Ausdruck
Da über die Sphäre des Leiblichen ein tieferer Zugang zu seelischen Prozessen möglich ist, beziehe ich Mimik, Gestik, Körperhaltung, Bewegung und Stimme direkt in die Psychotherapie ein, sodass Körper, Seele und Geist als eine Einheit erlebt und bearbeitet werden können.
Zusätzlich zum Gespräch werden auch kreative Zugänge (Medien) wie Zeichnen, Modellieren, Schreiben oder Arbeit mit Symbolen angeboten.
Traumarbeit
Der Traum als spontane kreative Schöpfung wird in nicht deutender Form als ein Zugang zum Unbewussten einbezogen.
Körperarbeit
Die Wahrnehmung körperlicher Empfindungen und Vorgänge sowie Körperübungen sind von großer Bedeutung.
Rollenspiele
Im Rollenspiel können Gefühle erfahrbar und benennbar werden, die im Gespräch nicht fassbar wurden.
Experimente
Im Experiment kann Neues erkannt oder bereits Erkanntes erprobt werden.
Seelisches Leid gehört zum Menschsein. Wenn sich jedoch psychische Probleme durch eigene Anstrengung und durch freundschaftliche Hilfe nicht lösen lassen, kann es lebenswichtig sein, sich einem Psychotherapeuten anzuvertrauen. Psychotherapie kann in kritischen Lebensabschnitten Hilfe sein, um innere Blockaden abzubauen, sich aus Verstrickungen zu lösen, Klarheit wiederzugewinnen und Erleichterung zu erleben.
Für mich ist Psychotherapie eine Begleitung auf Zeit, um Lebensschwierigkeiten besser zu bewältigen und das Vertrauen in seine inneren Ressourcen zu stärken.
Psychotherapie gelingt durch das Verstehen von Verhaltensweisen und der Erweiterung des Verhaltensrepertoires durch Ausprobieren neuer Methoden und Zugänge